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Mit einer Mischung aus Action und Spaß, aber auch nachdenklichen Momenten, wurde ein großer Teil der jungen Bevölkerung Rottweils und Umgebung (darunter auch viele Führerscheinneulinge) und auch mehrere hundert Schülerinnen und Schüler für die Gefahren des Straßenverkehrs sensibilisiert.
Unerfahrenheit, mangelndes Risikobewusstsein und Leichtsinn sind Ursachen dafür, dass junge Fahrer doppelt so häufig in Verkehrsunfälle mit schweren Folgen verwickelt sind als ältere Verkehrsteilnehmer. Man geht davon aus, dass Führerscheinneulinge erst nach einem Zeitraum von fünf bis sechs Jahren genügend Fahrpraxis gesammelt haben, um nicht mehr dieser Risikogruppe anzugehören.
Darauf wies auch Schulleiter Johannes Binder in seiner Begrüßung zu Beginn der Verkehrssicherheitsaktion hin und stellte gleichzeitig fest, dass auch erfahrene Kraftfahrer ständig weiterlernen sollten und da war in diesen beiden Aktionstagen das richtige Forum hergestellt.
Er bedankte sich insbesondere bei der Kreisverkehrswacht Rottweil und der Polizeidirektion Rottweil, für die Durchführung und Organisation dieser öffentlichen Veranstaltung auf dem Schulgelände, wodurch auch ein großer Teil von Schülerinnen und Schülern in diese lehrreiche Veranstaltung miteingebunden werden konnten.
Eine Sekunde bis zum Tod“ – Ein Film der eindringlich die Vorgänge im Körper eines Autofahrers beschreibt, der nicht angeschnallt bei einem Frontalzusammenstoß ums Leben kommt, hinterließ nachdenkliche Gesichter bei den Betrachtern.
Die Illusion, sich ohne Gurt bei einem Unfall selbst abfangen zu können, war schnell dahin, wenn die Probanten auf dem Gurtschlitten saßen. Die Aussage, man könne sich nur bei einen Aufprall bis zu einer Geschwindigkeit von zehn Stundenkilometer selbst abstützen, wurde eindrücklich bestätigt, wenn man bei dem simulierten Aufprall mit 25 Sachen in den Sicherheitsgurt gedrückt wurde.
Plötzlich stand die Welt Kopf und die Antwort auf die Frage wo denn jetzt rechts und links sei, überforderte doch so manchen Teilnehmer im Überschlagsimulator . Es wurde aber auch deutlich, dass die Chance, einen normalen Überschlag ohne schwere Verletzungen zu überleben, bei der heutigen Fahrzeugtechnik groß ist. Allerdings nur, wenn der Sicherheitsgurt korrekt angelegt sei. Aber nicht nur das Anlegen des Gurts war wichtig – auch das Abschnallen in einer solch misslichen Situation will gelernt sein und genau das wurde ebenfalls demonstriert.
Mit dem absoluten Alkoholverbot am Steuer für junge Fahrer hat der Gesetzgeber eine klare Regelung getroffen, die ein gefährliches Herantrinken an eine Promillegrenze verhindern soll. Warum schon geringe Mengen an Alkohol oder Drogen so gefährliche Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit haben, machten Dr. Frank Reuther von der Gerichtsmedizin Ulm deutlich. Die regen Diskussionen am Ende ihrer Vorträge zeigten deutlich, dass insbesondere den jungen Fahrern dieses Thema auf den Nägel brannte und einige schon auf eigene Erfahrungen zurückgreifen konnten. Die modernen Drogen waren bei den älteren Verkehrsteilnehmern nicht so bekannt.
Feiern kann man auch ohne Alkohol und lecker sind alkoholfreie Getränke allemal. Davon konnten sich die Besucher an der Saftbar, die von der Koordinierungs- und Entwicklungsstelle Verkehrsprävention (KEV) betreut wurde, selbst überzeugen. Mit Lemonen, Crash-Eis und verschiedenen Fruchtsäften zauberten einige der Schüler unter der Anleitung der Präventionsbeamten für die Teilnehmer leckere Alternativ-Drinks.
Mit dem Drink erhielten sie zudem noch eine Münze, mit der sie am Wochenende auslosen können, wer den Fahrdienst zu nächsten Party/Veranstaltung übernimmt.
Wer bewegt sich sicher im Straßenverkehr und reagiert am schnellsten auf unvorhergesehene Situationen? Dieser Fragestellung mussten sich die Teilnehmer an den beiden von der Kreisverkehrswacht betreuten Fahrsimulatoren stellen. Ob im Auto oder auf dem Motorrad, die Fahrleistungen konnten von allen mitverfolgt und mit entsprechenden – nicht immer ernst gemeinten – Sprüchen kommentiert werden.
Hier kam der Spaß ebenso wenig zu kurz, wie beim Slalomtest mit den Rauschbrillen, die verschiedene Alkoholwerte simulierten.
An potentielle Bastler richtete sich der Vortrag des Leiters der Technischen Prüfstelle des TÜV. Er stellte anschaulich dar, welche technischen Änderungen an Motorrollern, Motorrädern und Pkws möglich und – vor allem – zulässig sind und welche rechtlichen Folgen unzulässige Veränderungen nach sich ziehen.
Abgerundet wurde das Programm durch einen von der Kreisverkehrswacht angebotenen Sehtests durch einen Augenarzt und einem Informationsstand der Führerscheinstelle des Landratsamtes Rottweil. l
Teil zwei der Verkehrssicherheitsaktion unter dem Motto „Junge Fahrer“ folgt im Sommer. Die Fahranfänger können dann auf dem Gelände der Kreisverkehrswacht mit ihren Fahrzeugen an insgesamt sechs Fahrsicherheitstrainings teilnehmen.
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